Liebe Freundinnen und Freunde Israels, 
liebe Mitglieder der Deutsch-Israelischen Gesellschaft,

in den letzten Tagen haben wir in unserem Vorstand viele Diskussionen geführt, wie wir auf die aktuelle Situation um den Konflikt im Nahen Osten und der Aggression gegen Israel sowie gegen Juden in der ganzen Welt reagieren.

Wir haben uns vorerst dagegen entschieden eine große und laute Kundgebung in Hamburg zu organisieren. Die Hintergründe sind sowohl die coronabedingten Hygienemaßnahmen, aber auch unsere Einschätzung, dass wir bei dem andauernden Antisemitismus auf deutschen Straßen zu einem späteren Zeitpunkt auf dieses Mittel zurückgreifen müssen. Aktuell erscheint es uns zielführender direkt diejenigen politischen Entscheidungsträger in Deutschland zu unterstützen, die sich klar für Israel und gegen Antisemitismus auf deutschen Straßen einsetzen.
 
Ich bin sehr froh darüber, dass führende Politikerinnen und Politiker sich diesmal, früher als sonst, klar positioniert und dem Staat Israel Unterstützung zugesagt haben. Auch die Reaktionen auf die antisemitischen und hasserfüllten Demonstrationen gegen Israel in Deutschland haben klare Reaktionen in der Politik hervorgerufen. Es ist nun an der Zeit, dass den Worten Taten folgen und es nicht bei Lippenbekenntnissen bleibt. Wir sehen es als unsere zentrale Aufgabe hier in Hamburg unsere politischen Vertreter beim Wort zunehmen und daran zu erinnern, dass diese in der Verantwortung stehen tätig zu werden. Die ersten Signale, die wir in zahlreichen Gesprächen hierzu bereits erhalten haben, lassen uns zuversichtlich sein.

Bei diesem Hoffnungsschimmer sollten wir allerdings nicht vergessen, dass wir es mit einer medialen Auseinandersetzung zu tun haben, die insbesondere in den Sozialen Medien (Facebook, TikTok, Instagram u.a.) geführt wird und bei der wir als Freundinnen und Freunde Israels viel zu wenig Präsenz zeigen.
Diejenigen, die sich positiv in Bezug auf Israel im Internet positionieren, sind häufig Ziel von (Hetz-)Kampagnen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich jeder einzelne von uns einbringt und diejenigen bestärkt, die klar an der Seite Israels und der jüdischen Gemeinschaft stehen. Ein „Like zu drücken“ oder einen kleinen Kommentar zu schreiben ist in der digitalen Welt keine große Sache, aber ermutigt Menschen und gibt ihnen das Gefühl nicht alleine zu sein.

Allein gelassen werden ist das, was viele Jüdinnen und Juden derzeit in Deutschland erleben. Während fast jedes politische und soziale Ereignis von Menschen in den Sozialen Netzwerken kommentiert wird, ist es beim Thema Antisemitismus und Übergriffen auf Juden sehr still



An dieser Stelle möchten wir mit einer Spendenkampagne für die Kinder im Süden Israels für mediale Aufmerksamkeit sorgen und praktische Solidarität leisten:

Lassen Sie uns gemeinsam zeigen, dass wir nicht nur mit Worten, sondern auch praktisch an der Seite Israels stehen und unterstützen Sie mit einem Betrag Ihrer Wahl die Kampagne „Für die Kinder Israels“ von Keren Hayesod, um Kinder, die durch Raketen der islamistischen Hamas in Gefahr Leben, zu unterstützen.

Nutzen Sie hierfür den folgenden Link: https://www.charidy.com/cmp/khdeutschland/dighamburg



Neben dem praktischen Aspekt geht es auch um die selbstverständlich gelebte Solidarität und den Gedanken des Zionismus. Bei meinem letzten Besuch in Israel mit unserer Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank besuchten wir das zionistische Zentralarchiv in Jerusalem. Dort wurde uns gezeigt, wie Menschen aus Hamburg im 17. Jahrhundert für ihre jüdischen Brüder und Schwestern in einem kleinen Ort in der Ukraine Geld gespendet haben, nachdem dort ein Pogrom stattgefunden hat.

Als ich die Seiten mit den Namen der Spender, den Beträgen und ihrem Wohnort in Hamburg las, war ich persönlich tief bewegt. Anders als heute konnten die Menschen nicht sofort und einfach unterstützen, sondern das Geld musste gesammelt und anschließend unter erschwerten Bedingungen direkt zu den Menschen gebracht werden. Vermutlich hat es Wochen gebraucht bis das Geld bei den Bedürftigen angekommen ist, aber allein das Wissen darum, dass Menschen füreinander einstehen, hat diesen Juden in der Ukraine Kraft gegeben.

So lassen Sie uns diesen Geist gemeinsam bestärken, Gutes tun und mit sachlichen Argumenten überzeugen.

Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung, Ihre Mitgliedschaft in der DIG und für die Solidarität und Freundschaft mit Israel.


Mit herzlichen Grüßen


Stefan Hensel
Vorsitzender des Vorstandes der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hamburg