Theaterempfehlung: 13.01.-26.02. - Jacobowsky und der Oberst von Franz von Werfel



JACOBOWSKY UND DER OBERST
von Franz Werfel, Regie: Jürgen Wölffer

mit Walter Plathe, Michael von Au, Marcus Ganser, Marek Gierszal, Ann-Cathrin Sudhoff, Herma Koehn, Nina Juraga und Jürgen Thormann

Komödie Winterhuder Fährhaus, Hudtwalckerstraße 13, 22299 Hamburg
Laufzeit: 13. Januar bis 26. Februar 2017

Frankreich 1940. Die deutschen Truppen rücken immer näher auf Paris zu. Für den liebenswerten polnischen Juden Jacobowsky ist es mal wieder soweit: Er muss fliehen. Auch sein Landsmann, der aristokratische Oberst Stjerbinsky, muss Frankreich so schnell wie möglich verlassen. Er hat eine geheime Mission zu erfüllen.
Der polternde Militärheld kann Juden nicht ausstehen. Trotzdem lässt er sich auf die gemeinsame Flucht mit Jacobowsky in den Süden ein. Schon bald lernt er das einzigartige Organisationstalent seines Weggefährten zu schätzen. Mit seiner unvergleichlichen Überredungskunst gelingt es Jacobowsky sogar mitten im Krieg einen Rolls Royce und Benzin aufzutreiben. Unterwegs retten die beiden ungleichen Partner die Geliebte des Oberst aus den feindlichen Reihen. Den unfreiwilligen Freunden gelingt es, auf ihrer turbulenten Odyssee der Besatzungsmacht ein Schnippchen nach dem anderen zu schlagen.

Erstmals steht auf dem Spielplan der Komödie Winterhuder Fährhaus ein Stück des weltbekannten Schriftstellers Franz Werfel. Er gilt als ein Wortführer des lyrischen Expressionismus, war mit Alma Mahler-Gropius verheiratet und pflegte Freundschaften mit Franz Kafka und Ernst Deutsch. Zu seinen bekanntesten Werken zählt „Die vierzig Tage des Musa Dagh“. Werfels „Komödie einer Tragödie“ rund um Jacobowsky und den Oberst hat auch autobiografische Züge. Werfel selbst ist jüdischer Herkunft und ging unter der Herrschaft der Nationalsozialisten ins Exil. Zunächst ging seine Reise über Paris nach Südfrankreich. Als die Wehrmacht große Teile Frankreichs besetzte, fand er Zuflucht in Lourdes und überquerte anschließend mit seiner Frau Alma Mahler sowie einigen Freunden, darunter Heinrich, Golo und Nelly Mann zu Fuß die Pyrenäen. Kurz darauf emigrierte er in die USA und wurde 1941 US-amerikanischer Staatsbürger. Neben seinen eigenen Erfahrungen verarbeitet er in dem Theaterstück die Erlebnisse des polnischen Bankiers S. Jakobowicz, den er während seinen Aufenthaltes in Lourdes kennenlernte.

Die Geschichte wurde 1958 mit Danny Kaye und Curd Jürgens verfilmt. Sie schafft den Spagat, trotz der dramatischen Ereignisse des Krieges, den überaus komischen Road-Trip zweier völlig gegensätzlicher Charaktere in den Mittelpunkt zu stellen.

Mitglieder der Deutsch-Israelischen Gesellschaft AG Hamburg erhalten bei der Kartenreservierung (040 – 480 680 80) 10 Prozent Nachlass, wenn sie das Stichtwort "Jacobowsky" angeben.

 
 

Informationen des Präsidiums